Unterstützungsbrief ANIMAL SPIRIT

Veröffentlicht von Franz am

ANIMAL SPIRIT bietet als Gnadenhof für ehemalige „Nutz“tiere auch eine sichere Zuflucht für ausgemusterte Legehennen und vor dem Schlachten gerettete Masthühner. Wenn wir die Tiere übernehmen, sind sie meist in einem schrecklichen Zustand, wundgepickt und teilweise fast nacktgerupft. Es ist immer berührend mitzuerleben, wie sich die anfangs verschreckten Tiere körperlich und auch psychisch erholen, wenn sie ein artgerechtes Leben mit Freilauf, Scharren und Sandbaden führen können. Es sind zutrauliche, fühlende und denkende Geschöpfe; Hühner sind nämlich durchaus wiff, wer schon einmal zum Beispiel eine Henne, die ihre Küken führt, erlebt hat, wird das bestätigen.

Die Hühnermast ist für die Tiere eine grausame Quälerei vom Anfang bis zum schrecklichen Ende im Schlachthof. Sieht man sich das Faktenblatt der geplanten Anlage St. Valentin an, ergibt sich folgender Ablauf:

Das Anlieferungsgewicht der Küken beträgt 45 Gramm, innerhalb von ca. 36 Tagen werden sie auf ein Endgewicht von 1,5 kg gemästet. Das ergibt eine Gewichtszunahme pro Tag (!) von ca. 40 Gramm, das entspricht einem kleinen Ei oder einer Scheibe Brot. Da die Knochenentwicklung in keinster Weise mit der enormen Gewichtszunahme mithalten kann, kommt es zu massiven Fehlbildungen im Bewegungsapparat, es werden Krüppel herangezogen, denen Fortbewegung nur unter Schmerzen möglich ist. Wobei das durchaus so gewollt ist: die Hühner sollen sich ja möglichst wenig bewegen, um noch schneller an Gewicht zuzulegen. Die Tiere haben sowieso keinen Platz, denn die geplanten 2.000 m2 Stallfläche ergeben pro Huhn 0,05 Quadratmeter, das sind 500 Quadratzentimeter, also deutlich weniger als ein A4 Blatt! Da der Stall in den fünf Wochen Mast nicht ausgemistet wird,
verbringen die Hühner ihr ganzes Leben in ihrer eigenen Scheiße, und davon fällt jede Menge an.

Nach 36 Tagen Qual und Elend werden die Tiere bei Nacht – damit keine Panik ausbricht und die Verluste noch höher wären – mit einem sogenannten „Hühnerstaubsauger“ maschinell eingesammelt und in winzige Transportkisten gequetscht – eingeklemmte und/oder gebrochene Flügel und Beine sind hier die Regel! Danach werden sie zum oft Hunderte Kilometer entfernten Schlachthof gekarrt, um der nächsten Ladung Küken Platz zu machen. Dort werden sie im Akkord aus den Kisten gezerrt, kopfüber auf Fließbandhaken gehängt, wo sie in einem elektrischen Wasserbad per Gesetz vor dem Entbluten betäubt werden müßten. Doch Untersuchungen haben aufgezeigt, daß bis zu einem Drittel (!) der Tiere nicht ordnungsgemäß vor der Schlachtung betäubt waren!

Übers Jahr wären das alleine in dieser geplanten neuen Tierfabrik bei St. Valentin weitere 280.000 fühlende, schmerzempfindende Lebewesen, die nur zum Zweck der „gewinnbringenden Einkünfte“ und eines kurzen Gaumenkitzels ihr freudloses Dasein fristen müßten.

Abgesehen vom unendlichen Leid der Tiere, führen die riesigen Mengen Kot im Umland zur Luft- und Bodenbelastung, zusätzlich werden die in der Mast durch die Besatzdichte notwendigen Medikamente und Antibiotika mit dem Kot wieder ausgeschieden und landen so im Boden und damit am Anfang des Nahrungsmittelkreislaufes.

Aus diesen Gründen unterstützt auch ANIMAL SPIRIT die Bürgerinitiative St. Valentin und wir hoffen auf einen Erfolg – gegen Tierleid und für eine gesunde Umwelt!