Gesundheit für Mensch und Tier

Veröffentlicht von Franz am

„Wir wollen, dass es Ihnen auch in Zukunft gut geht!

Bei der Geflügel-Intensivhaltung entweichen gesundheitsschädliche Bioaerosole, das gilt auch für Hühnermastanlagen mit 39.500 Stallplätzen. Hier ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung gesetzlich nicht vorgeschrieben und die Öffentlichkeit wird in der Genehmigung nicht eingebunden.

Bioaerosole sind Aerosole organischer Herkunft, dazu gehören Viren, Bakterien, Pilzsporen, Pollen, Federstaub,…. Es sind feste oder flüssige Partikel von tausendstel Millimeter, die in der Luft oder in anderen Gasen schweben. Viele von Ihnen sind Auslöser von Infektionen, Allergien oder Vergiftungen, können also die Gesundheit von Mensch und Tieren bedrohen.

Unter den Bakterien, die sich als Bioaerosole in der Luft befinden können, bereitet Staphylococus aureus besondere Sorge, denn er kommt wegen seiner hohen Überlebens- und Anpassungsfähigkeit fast überall vor. Wegen dieser Anpassungsfähigkeit kann S. aureus überall Mutationen bilden, die resistent gegen Antibiotika und Desinfektionen sind und sich dann bei der Reinigung des Hühnerstalls während des Belegungswechsel nicht mehr entfernen lassen.

Nachrichtenbeitrag_OE3/27.03.2018

In der Geflügel-Intensivhaltung ist der vorbeugende Einsatz von Antibiotika die Norm. Sie dürfen zwar nicht mehr als „Leistungsförderer“ den Futtermitteln beigemischt werden, wohl aber zur Behandlung und Prophylaxe bakteriell verursachter Krankheiten. Wegen der hohen Tierzahlen ist eine Behandlung einzelnder Tiere in der Intensivhaltung nicht üblich. Prophylaktischer Anwendung haben manche Bakterienstämme, unter ihnen S. aureus, schon Resistenzen gegen die eingesetzten Antibiotika entwickelt, die dadurch unwirksam geworden sind. Geraten solche Bakterien als Bioaerosole in die Luft, befallen den Menschen und erzeugen bei ihm eine Krankheit, dann kann diese kaum noch wirksam mit Antibiotika behandelt werden.

Bedenkt man dann noch, dass diese Ställe oft in weniger als einem Kilometer Entfernung zu anderen Ställen oder zu menschlichen Ansiedlungen, Schulen oder Kindergärten errichtet werden, dann kann einem Angst und Bange werden, denn je nach Windrichtung können die Staphylococcen in verschiedene Richtungen verdriftet werden und unter geeigneten Wetterbedingungen auch noch mehr als 1 km von der Emissionsquelle entfernt vermehrungsfähig bleiben.

Quelle: Provieh