Das „BIO“ – Huhn

Veröffentlicht von Franz am

Der optisch größte Unterschied in der Bio-Haltung ist der Auslauf ins Freie. Laut EU-Bio-Verordnung müssen die Hühner “ständigen Zugang zu Freigelände, vorzugsweise zu Weideland, haben, wann immer die Witterungsbedingungen und der Zustand des Bodens dies erlaubt.” Mindestens ein Drittel seiner Lebensdauer muss ein Huhn Auslauf ins Freie haben. Zusätzlich zu Stall und Auslauf können Bio-Bauern einen Außenscharrraum errichten. Bei geeignetem Wetter sind pro Tag acht Stunden Auslauf ins Freie vorgeschrieben. Küken sind von dieser Regelung ausgenommen, weil sie den durchgehend warmen Stall brauchen. Für sie ist bei Bio Austria bis zum 28. Lebenstag kein Auslauf vorgeschrieben.

Im Stall muss so viel Fensterfläche vorhanden sein, dass es fünf Prozent der Stallfläche ausmacht. Verschiedene Ebenen im Stall sind auch in der Bio-Haltung nicht vorgeschrieben. Die Anzahl der Tiere ist mit 4.800 pro Stall und bei Bio Austria zusätzlich mit 9.600 Masthühnern pro Betrieb begrenzt. Bio Austria definiert den Hühnerstall als abgeschlossene Einheit mit Auslauf, was eine Trennung von Ställen nur durch ein Gitter verhindert. Die Hühner müssen ihren physiologischen Bedürfnissen nachgehen können, also zum Beispiel Getreidekörner aus der Einstreu picken können. Pro Tier muss in der Bio-Haltung mehr Stallfläche zur Verfügung stehen als in der konventionellen Haltung.

Quelle „Land schafft Leben – www.landschafftleben.at

Medikamente bei Bio

Bio-Hühner müssen im Krankheitsfall bevorzugt pflanzliche Mittel bekommen. Chemisch-synthetische Mittel, zum Beispiel Antibiotika, sind erlaubt, wenn die pflanzlichen keine entsprechende Wirkung erzielen. Sie dürfen wie in der konventionellen Mast nicht vorbeugend verabreicht werden. Ein Masthuhn darf nur einmal im Leben behandelt werden, sonst muss das Fleisch als konventionelles verkauft werden. Die Wartefrist nach Antibiotikagabe bis zur Schlachtung bei Bio doppelt so lang wie in der konventionellen Mast. Bio-Bauern haben uns erzählt, dass sie dem Futter zum Beispiel Kräuter beimengen, um Krankheiten vorzubeugen.

Quelle: Land schafft Leben – www.landschafftleben.at